Typisch Border
Typisch Border

 

Unter dem Punkt "Typisch Border" möchte ich versuchen, einige typische Border - Verhaltens - Geheimnisse zu lüften und etwas Licht in's manchmal dunkle Borderchen zu bringen. Manche Verhaltensweisen, so seltsam sie erscheinen mögen, sind einfach typisch Border, andere wiederum entstehen durch die Borderart, die dieser Hund nunmal hat - und die damit verbundenen Probleme. ...es handelt sich hier eben um einen etwas anderen Hund...



"Er schaut mich immer so an. Ich habe mal gehört, das ist ein zeichen von Dominanz. Soll ich ihn nun so lange anschaue, bis er aufgibt?"

Den "Kampf" verlieren Sie! Border Collies sind äußerst aufmerksam und haben immer ein Auge auf ihre Bezugsperson. In-die-Augen-Schauen ist für diese Hunde das Natürlichste auf der Welt und hat mit dominantem Gehabe nichts zu tun. Verbieten kann und darf man es ihnen nicht.
Im Gegenteil, diesen aufmerksamen Blick kann man für Trainingszwecke sehr gut ausbauen. Bringen Sie Ihrem Hund das "Watch" - Kommando bei. Mit "Watch" sagen Sie Ihrem Hund: Schau mich an / schau her. Es soll Aufmerksamkeit erzeugen.



"Mein Border Collie legt sich beim Gassi gehen so oft hin. Ist er vielleicht krank?"

Nein, diese Verhaltensweise gehört in das "Hüteprogram" eines Borders (Fixieren, Anlauern/Anschleichen, Hinlegen). Achten Sie darauf, ob Ihr Hund sich heimlich ein Hüteobjekt auserkoren hat (evtl. mitlaufende Hunde).



"Er kommt nicht gut mit anderen Hunden zurecht, wird oft angemacht."

Wenn es mit seinem Auftreten (Sozialverhalten) nichts zu tun hat, kann es sein, das die anderen Hunde von seinem Blick iritiert sind. Borders schauen jedem gerne offen und direkt in die Augen. Häufig haben andere Hunde damit ein Problem, fühlen sich provoziert.



"Er spielt in der Gruppe nur mit weiteren Border Collies, andere läßt er links liegen."

Das ist normal und tritt auch bei allen möglichen anderen Rassen auf. Es kommt daher, das gleichrassige Hunde in der Regel ein gleiches oder ähnliches Spielverhalten haben und daher besser miteinander Toben können. Beispielsweise können meine Border Collies überhaupt nichts mit massigen Rassen, zB Rottweiler oder Bullterrier anfangen. Diese spielen gerne mit vollem Körpereinsatz, rennen sich über den Haufen oder raufen mal ordentlich. Hingegen spielen Borders eher mit Pfoten, laufen sich nach oder kugeln über den Boden.



"Er findet beim Spielen einfach kein Ende und bringt den Ball auch dann noch, wenn er schon einem Kollaps nahe ist."

Border Collies - vor allem junge - kennen ihre Grenzen nicht. Der Border ist ein Hund, der sich aufreibt, kaputt macht für sein Frauchen / Herrchen - das hat zu tun mit dem oft erwähnten Arbeitseifer. Stoppen Sie ihn, verordnen Sie ihm eine Ruhepause wenn sie meinen so langsam reicht es.
Manche Border Collies sind so extrem in ihrem Arbeitseifer, das es einfach mal nötig ist, sie für eine Pause in eine Kennelbox zu verbannen. Auch Ausruhen kann man (oder Hund) lernen. Anders besteht die Gefahr, das er überdreht.



"Egal, wie müde mein Border Collie ist, er läuft trotzdem immer voraus"

Dieses Verhalten hat nichts damit zu tun, das er nicht müde ist. Es ist einfach sein Bestreben, stets auf der sogenannten Zwölf-Uhr-Position zu sein. die Zwölf-Uhr-Position kommt vom Hüten und ist die Stellung des Hundes gegenüber seines Besitzers. Dazwischen stehen (wenn vorhanden) die Schafe.
Probieren Sie es einfach einmal aus: Wenn sie still stehen bleiben, müßte Ihr Hund vor Ihnen stehen. Drehen Sie sich nun um 180° beispielsweise, läuft Ihr Border einen Halbkreis und steht wieder vor Ihnen...



"Unser Border Collie hütet unsere Katze. Darf ich ihm das erlauben?"

Nein, auf keinen Fall. Erstmal ist es für die Katze nicht besonders schön, gehütet zu werden, und auch für den Border Collie ist das äußerst unbefriedigent und frustrierend. Andererseits muß der Hund auch lernen, das er nicht einfach so darauf loshüten darf.
Noch kritischer als bei anderen im haus lebenden Haus-und Kleintieren, verhält es sich mit Kindern. Anfangs mag das noch lustig erscheinen, jedoch spätestens wenn der Border seinem Vorhaben mit Schnappen und Wadenzwicken Ausdruck verleiht, ist die Situation an einem nicht tragparen Punkt angekommen.
Das Hüten von allen selbsternannten Ersatzobjekten sollte also konsequent unterbunden werden; gegebenenfalls einfach das Verhalten mit einer Klapperbüchse unterbrechen, oder besser noch, dem Hund eine Alternative als Ablenkung bieten.



"Unser Border Collie frißt so schlecht."

Border Collies sind mäkelige Fresser. In einem Alter um etwa ein Jahr ist dies besonders ausgeprägt. Kein Grund zur Sorge, manchmal hat er einfach wichtigeres zu tun.
Wichtig ist hier jedoch, das wenn er ohnehin schon schlecht frißt, Sie ihm dafür ein sehr nährstoffreiches Futter geben. So, das er schon mit einer geringen Futtermenge möglichst viel bekommt. In diesem Alter ( um ein Jahr bis ca drei Jahre) sehen viele Borders manchmal fast unterernährt und verhungert aus - das ist normal, solange es ihnen gut geht, und sie sich wohl fühlen.



"Mein Border Collie will mit anderen Hunden nichts zu tun haben."

Das gibt es sehr oft. Man gewinnt schnell den Eindruck, als stehe der Border über den Dingen und will nichts mit anderen Hunden zu tun haben - es scheint, als wäre eine ausgelassene Hundebalgerei nicht ernsthaft genaug. In der Tat ziehen es die meisten Border Collies vor, mit ihrer Bezugsperson, ihrem Mensch alleine zu sein. Teilen mögen sie dieses Glück nur ungerne.
Ein weiterer Punkt in diesem Zusammenhang: nur wenige Borders mögen sofortigen, direkten Körperkontakt mit fremden Hunden (oder Unbekanntem allgemein). Mein Sam beispielsweise wird sehr ungehalten, steckt ihm einfach ein unbekannter Hund die Nase in's Fell. Da kann es dann gut sein, das der andere ein langgezogenes Ohr verpaßt bekommt.
Mit Menschen verhält es sich ähnlich. Möchten Sie einen fremden Border begrüßen, hocken Sie sich hin, sprechen ihn freundlich und leise an und warten Sie ab, bis ER den ersten Schritt tut.



"Er hat Angst vor lauten Geräuschen, bei Gewitter ist es ganz vorbei."

Border Collies sind, wie alle Collie-Artigen, geräuschempfindlicher als andere Hunde. Bei "nur" schreckhaften Hunden funktioniert ein entsprechendes Desensibilisierungs-Training in der Regel sehr gut, wobei es bei den richtigen Gwitter-Panikern oftmals etwas ist, womit man einfach leben muß. Etwa 60% aller unserer bisherigen Vermittlungs- und Trainingsborder zeigen eine übersteigerte Angst bei lauten Geräuschen.



"Ständig ist er Zuhause um mich herum, läuft mir hinterher, wenn ich nur den Raum wechsel und möchte sogar mit auf die Toilette:"

Fast alle Borders sind Schattenhunde, d.h. wie ein Schatten immer dabei ist, möchten auch sie ihr Frauchen/ Herrchen nicht aus den Augen lassen. Es könnte ja sein, das man etwas spannendes verpaßt.
Wenn ich aufstehe, und den Raum verlasse, stehen mit mir 5 Border Collies auf und kommen mit. Für viele ist das gewöhnungsbedürftig, manche nervt es sogar. - Sehen Sie es einfach als eine Art Liebeserklärung!